Ein Schreckmoment, auf den man im Gedränge gerne verzichten kann: Auf dem Heimweg vom Büro wurde es auf dem Bahnhofsplatz unfreiwillig hektisch. Wegen der aktuellen Baustelle und dem Schienenersatzverkehr schoben sich gefühlt alle Pendler der Stadt gleichzeitig über den Platz.
Finchen lief wie gewohnt konzentriert an meiner Seite, als sie plötzlich stoppte und laut aufjaulte – so laut, dass ich es trotz meiner Noise-Cancelling-Kopfhörer* sofort gehört habe. Ein Mann, der es wohl sehr eilig hatte, um seinen Anschluss zu erwischen, war ihr unabsichtlich auf die Pfote getreten. Ein kurzer, entschuldigender Blick zurück, und schon war er in der Menge verschwunden.
Für mich hiess es erst einmal: tief durchatmen, an den Rand treten und Finchen beruhigen, die sichtlich verunsichert winselte. Ich habe ihre Pfoten und Beine direkt gründlich abgetastet und sie mit Goodies versorgt, um den Schreck abzufangen. Glücklicherweise scheint alles heil geblieben zu sein, und sie tritt wieder normal auf.
Trotzdem frage ich mich in solchen Momenten unweigerlich: Wie auffällig muss man einen Hund eigentlich noch kennzeichnen? Kenndecke, Geschirr, Reflektoren – im Trubel reicht das alles manchmal nicht. Vielleicht hilft beim nächsten Mal wirklich nur noch ein bunter Heliumballon, der über ihr schwebt?
Ich weiss natürlich, dass niemand so etwas mit Absicht tut, und Hektik gehört im Berufsverkehr leider oft dazu. Aber vielleicht nehmen wir es alle einfach als kleine Erinnerung mit: Ein kurzer Blick nach unten und zwei Sekunden mehr Achtsamkeit tun niemandem weh. Und falls doch mal etwas passiert, nimmt ein kurzes Stehenbleiben und ein echtes „Alles okay bei euch?“ oft direkt den ganzen Schreck aus der Situation.