Zutrittsprobleme im Hotel entstehen bei Assistenzhundeteams selten aus bösem Willen.
Meist entstehen sie dort, wo Assistenzhunde fälschlich als Haustiere behandelt werden.
Automatische Haustiergebühren im Buchungssystem, unklare interne Regeln oder fehlende Schulungen führen dazu, dass der Zutritt plötzlich an eine Haustierpauschale geknüpft wird – oft erst beim Check-in.
Für Assistenzhundehalter:innen ist das besonders belastend, weil diese Situationen häufig dann auftreten, wenn die eigenen Ressourcen ohnehin knapp sind: spät, müde, unterwegs, nach einer langen Reise.
Denn es geht nicht um Komfort oder Kulanz, sondern um Zugang, Sicherheit und Teilhabe.
Dieser Survival Guide hilft dir, solche Situationen – insbesondere rund um Haustiergebühren beim Check-in – klar, ruhig und möglichst kraftsparend zu bewältigen.
Warum eine Haustiergebühr bei Assistenzhunden problematisch ist
Eine Haustiergebühr bei Assistenzhunden ist problematisch,
weil ein Assistenzhund kein Haustier, sondern ein notwendiges Hilfsmittel ist.
Wird dennoch eine Gebühr erhoben, wird der Zugang zu Unterkunft und Teilhabe verhandelbar gemacht.
Das bedeutet für Betroffene nicht nur einen finanziellen Mehraufwand, sondern vor allem:
- zusätzlichen Stress in ohnehin belastenden Situationen
- Erklärungs- und Rechtfertigungsdruck
- Unsicherheit darüber, ob der Zugang überhaupt gewährt wird
Auch ohne böse Absicht entsteht so eine ungleiche Behandlung,
weil Menschen mit Assistenzhund zusätzliche Hürden überwinden müssen, die andere Gäste nicht haben.
Zugang ist keine Kulanzleistung.
Er darf nicht von Zusatzkosten abhängig gemacht werden.
1️⃣ Wo Zutrittsprobleme im Hotel typischerweise entstehen
Zutrittsprobleme entstehen häufig durch:
- automatische Haustierpauschalen im Buchungssystem
- unklare oder fehlende Schulungen des Personals
- stressige Check-in-Situationen (Feiertage, Nachtbetrieb, Unterbesetzung)
- interne Regeln, die pauschal auf „Hunde“ angewendet werden
👉 Wichtig: Das Problem liegt im System, nicht bei dir.
2️⃣ Was du griffbereit haben solltest (für den Check-in)
Gerade in solchen Situationen hilft es,
nicht erst suchen, erklären oder argumentieren zu müssen.
Praktisch bewährt haben sich:
- Reservierungsbestätigung (digital oder als Screenshot)
- Kenndecke oder Kennzeichnung des Assistenzhundes
- Assistenzhunde-Ausweis oder entsprechende Bestätigung
- Handy mit ausreichend Akku
3️⃣ Beim Check-in: klar bleiben, nicht rechtfertigen
Du darfst hier bei dir bleiben.
Du bist nicht in der Beweispflicht.
Wenn eine Haustiergebühr verlangt wird, reicht ein ruhiger, sachlicher Satz:
„Es handelt sich um einen Assistenzhund.
Der Zutritt ist gesetzlich geregelt, eine Haustiergebühr ist dafür nicht zulässig.“
Mehr Erklärung ist nicht notwendig.
Du musst:
- keine Diagnose offenlegen
- keine Diskussion führen
- dich nicht entschuldigen
4️⃣ Wenn daraus ein echtes Zutrittsproblem wird
Bleib bei Fakten, nicht bei Emotionen (auch wenn sie da sind).
Du kannst ruhig und sachlich:
- um Einsicht in die Reservierung bitten
- um Rücksprache mit einer verantwortlichen Person bitten
- den Kernpunkt wiederholen:
„Assistenzhunde fallen nicht unter die Haustierregelungen.“
Du darfst auch sagen:
„Ich kann diese Diskussion gerade nicht führen.
Bitte klären Sie das intern.“
Das ist kein Drama.
Das ist Selbstschutz.
5️⃣ Wenn dir gerade die Kraft fehlt: Zugang zuerst sichern
Auch Selbstschutz ist eine legitime Strategie.
Manchmal ist das Nervensystem am Limit:
Es ist laut, spät, ungeplant – und obwohl du im Recht bist, fehlt die Energie für eine Klärung vor Ort.
Dann gilt auch:
Du darfst die Gebühr notfalls zuerst bezahlen,
um Zutritt zu bekommen, zur Ruhe zu kommen und dich zu schützen.
Wichtig dabei:
- bitte um eine Quittung oder Rechnung
- halte kurz fest, wofür die Gebühr erhoben wurde
- kläre die Situation später in Ruhe, z. B. per E-Mail
Im Nachhinein kannst du sachlich erklären:
- dass es sich um einen Assistenzhund handelt
- dass Assistenzhunde rechtlich keine Haustiere sind
- und um Rückerstattung bitten
Das ist kein Nachgeben.
Und kein Versagen.
Es ist eine bewusste Strategie zum Selbstschutz.
6️⃣ Wenn ihr im Zimmer seid
Jetzt darfst du erstmal ankommen.
Kümmere dich zuerst um dich und deinen Hund:
- Reize reduzieren
- erst ankommen, dann weiterdenken
Auch dein Assistenzhund darf zur Ruhe kommen.
Wasser geben, bei Bedarf füttern.
Zum Schluss
Zutrittsprobleme im Hotel sind leider keine Ausnahme.
Aber du bist nicht allein – und du bist im Recht.
Ein Assistenzhund ist kein Haustier.
Zugang ist keine Kulanz, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Speicher dir diesen Guide ab.
Nicht, weil du ihn ständig brauchst –
sondern weil es gut tut, vorbereitet zu sein.
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